Bei meinem Interview mit Nina Häring zum Start des diesjährigen BayFiD-Programms hat Nina angeboten, mir kurze Berichte von den einzelnen Veranstaltungen zukommen zu lassen. Hier lesen Sie ihren ersten Beitrag zum Workshop-Auftakt bei der BMW Group.

Am 14.11. fand mein erster Workshop von BayFiD, Bayerns Frauen in Digitalberufen, statt. Alles drehte sich um das Thema „Data Driven Development in Automotive“. Durchgeführt wurde er von der BMW Group. Begonnen hat der Workshop mit einer Key-Note von Michael Wuertenberger, Head of Project AI. Innerhalb von Project AI organisiert die BMW Group alle Themen um Data Analytics und Machine Learning entlang ihrer ganzen Wertschöpfungskette. Nicht nur in der Produktentwicklung wendet BMW künstliche Intelligenz an. In jedem Teilbereich der Wertschöpfungskette, der die Verarbeitung und Interpretation großer Datenmengen erfordert, schafft KI Mehrwerte – vom autonomen Fahren bis zur Qualitätskontrolle. So wurden auch aus dem Bereich Produktion und Administration verschiedenste Use Cases vorgestellt. Ziele der Projekte sind Kundennutzen zu generieren und Produktqualität zu steigern. Außerdem kann der Arbeitsalltag der Mitarbeiter effizienter gestaltet werden und Prozesse beschleunigt werden.

Nach einer interaktiven Coffee Break, bei der wir Teilnehmer unsere Interessen im Bereich AI und Erwartungen an den weiteren Tag austauschten, wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt, um in Breakout Sessions tiefer in die einzelnen Themen einzusteigen.

Beeindruckend war für mich dabei vor allem, wie offen und anwendungsnah die Themen von Referenten der BMW Group vorgestellt wurden. So erhielt ich Einblicke in die standortübergreifende Integration und Analyse von Produktionsdaten. Spannend war auch zu sehen, wie mit einfachen Mitteln im Bereich Natural Language Processing die Qualität von Lastenheften bewertet werden kann. Use Cases, wie vorausschauende Wartungsplanung (Predictive Maintenance) und autonomes Fahren, zeigten wie künstliche Intelligenz mit dem Kunden interagiert. Interessant war dabei vor allem, wie die Algorithmen trainiert werden, um das Beste aus den Daten herauszuholen. Noch ist aber nicht alles perfekt. Auch die Experten haben Schwierigkeiten und stoßen auf Herausforderungen.

Nina Häring im O-Ton zum BayFiD-Workshop bei BMW: „Die Sprache der Computer“

Mitgenommen habe ich für mich zum einen, dass man schon mit einfachsten Algorithmen einen Mehrwert für den Kunden generieren kann. Die Technik dient dem Menschen! Die Kultur und das Fachwissen der Mitarbeiter spielt weiterhin die wichtigste Rolle. Das hat mich auch an meine Arbeit bei up2parts erinnert. Durch die Kombination von Algorithmen und Fachwissen der Fertigungsexperten entwickeln wir Softwarelösungen für die automatische Kalkulation von Bauteilen.

Durch den Einblick in die Entwicklung von künstlicher Intelligenz bei BMW habe ich neue Ideen für die Verbesserung unserer KI erhalten. Für mich war es ebenfalls aufschlussreich, dass BMW mit ähnlichen Herausforderungen kämpft wie wir.

Nina Häring im O-Ton zum BayFiD-Workshop bei BMW: „Nicht abschrecken lassen“

Lehrreich war es auch für mich, die unterschiedlichsten Experten aus dem Bereich KI kennenzulernen. Für mich ist es motivierend zu sehen, welche Karrierewege die Referenten und Referentinnen gegangen sind. Man kann alles schaffen, man soll sich nicht abschrecken lassen, auch wenn man in männerdominierte Bereiche vermeintlich nicht reinpasst. Jeder trägt durch seine eigenen Anschauungen und Erfahrungen zu Verbesserungen bei.

Weiter gehts Ende November mit einem virtuellen Roundtable mit Staatsministerin Dorothee Bär und Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach.