Stefan Bauer und Josef Wittmann sind lange im Geschäft und haben klare Vorstellungen. Die beiden Oberpfälzer geben bei der BAM GmbH zwischen CNC-Bearbeitungszentren, Blech-Lasermaschinen und 3D-Druckern als Fertigungsleiter den Takt vor. Im BAURAUM legen Sie Ihre beruflichen Philosophien und Grundwerte zur Bauteilproduktion auf den Tisch: Sieben Thesen zur modernen Lohnfertigung.

Lohnfertigung war das Thema: Technology Evangelist Ralf Schnurr im Gespräch mit Stefan Bauer und Josef Wittmann (von links).
Technology Evangelist Ralf Schnurr im Gespräch mit Stefan Bauer und Josef Wittmann (von links).

These 1: Digitalisierung und Lohnfertigung gehören zusammen.

In Zeiten von Industrie 4.0, Industrial Internet of Things und Künstlicher Intelligenz hat in der Fertigungsbranche mittel- und langfristig nur derjenige eine Überlebenschance, der seine Prozesse digitalisiert und auf Automatisierung setzt. Den besten Preis, die höchste Qualität und größte Liefertreue kann nur der Fertigungsbetrieb bieten, der die effizientesten Prozesse hat – etwa mit einer On-Demand-Manufacturing-Plattform, einer automatisierten Bauteilkalkulation, Robotern zur Bestückung von Fertigungsmaschinen oder fahrerlosen Transportsystemen in der Produktion. Für Lohnfertiger geht es um ein zukunftsorientiertes Mindset. Es reicht nicht mehr, im hier und jetzt zu fertigen. Wir bei BAM verstehen uns als digitaler Lohnfertiger und sind überzeugt, dass diesem Ansatz die Zukunft gehört. Auch wenn wir damit aktuell noch eher das “Einhorn” unter den Lohnfertigern sind.

These 2: Nur höchste Qualitätsansprüche schaffen wirklich zufriedene Kunden.

Wer Kunden zufrieden stellen will, braucht die Expertise, sehr exakt arbeiten zu können. Dazu braucht es vor allem moderne Fertigungstechnologien. Das Geschäft ist schnelllebig und der Markt hart umkämpft. Wer heute auf der Skala 10 von 10 Punkten hat, hat morgen unter Umständen nur noch 8 von 10 Punkten. Das ist unsere Überzeugung. Wer glaubt, perfekt zu sein, wird nachlässig. Jeder von uns macht Fehler, das ist menschlich. Darum ist es Teil unserer Firmenkultur, dass wir offen mit Fehlern umgehen und uns nie auf Erfolgen ausruhen. In der Praxis steht die enge Zusammenarbeit der Qualitätssicherung mit der Fertigung an erster Stelle. Mindestens genauso wichtig: der konstruktive Austausch mit dem Kunden. Qualität entsteht im Dialog.

„Perfektion gibt’s für mich nicht“ – Josef Wittmann (BAM) über moderne Lohnfertigung

These 3: Breite technologische Aufstellung bedeutet Mehrwert für die Kunden.

Alles aus einer Hand: Wer technologisch breit aufgestellt ist, kann sich zeit- und kostenintensive externe Leistungen sparen, damit effizienter und günstiger fertigen und darüber hinaus die Qualität besser kontrollieren und optimieren. Viele Bauteile bei uns durchlaufen mehrere Bearbeitungsschritte und Technologien. Und wir stellen fest: Der Trend geht zum Allround-Lohnfertiger und Systemlieferanten. Auftraggeber wollen den Effizienzgewinn in Anspruch nehmen, so viele Fertigungsaufträge wie möglich beim gleichen, bewährten Lieferanten platzieren zu können. Wenn dieser dann auch noch Baugruppen komplett montiert liefern kann, ist der Vorteil für den Kunden umso größer.

„Geht nicht, gibt’s nicht“ – Stefan Bauer (BAM) über Rundum-Service in der Lohnfertigung

These 4: Man braucht Lust auf neueste Fertigungstechnologien.

Nie stehenbleiben und immer willens sein, sich weiterzuentwickeln. Immer am Puls sein. Darauf kommt’s an. Es ist unsere Philosophie, immer die neueste Technologie im Haus zu haben. Denn der technologische Fortschritt in der Lohnfertigung passiert permanent. Um immer up-to-date zu sein, braucht man ein gutes Netzwerk in der Branche. Wir pflegen beispielsweise enge Partnerschaften mit Maschinenherstellern, beteiligen uns sogar an Entwicklungsprojekten – und partizipieren damit von den neuesten technologischen Entwicklungen. Das macht Spaß und bringt echten Mehrwert für unsere Kunden.

„Am Puls der Zeit das Beste herausholen“ – Stefan Bauer (BAM) über die moderne Lohnfertigung

These 5: “Geht nicht, gibt’s nicht” – an herausfordernden Aufträgen wachsen.

Die wenigsten Lohnfertiger können jedes Bauteil fertigen, Limitierungen hinsichtlich Verfahren, maximalen Bauteilgrößen, etc. kennt fast jeder. Für ganz ausgefallene Anforderungen gibt es schließlich zurecht Spezialisten, die ihrerseits wiederum nur ein kleines Spektrum an Bauteilen abdecken können. Das heißt aber nicht, dass man vermeintlich unlösbare oder sehr anspruchsvolle Aufgaben vorschnell ablehnen sollte. Egal ob Stückzahlen oder Toleranzansprüche des Kunden Neuland für den Lohnfertiger bedeuten – man lernt mit jedem Auftrag dazu. Offenheit spielt die zentrale Rolle: Wenn wir einen Fertigungsprozess beginnen, von dem wir glauben, dass er problembehaftet sein könnte, sind wir dem Kunden gegenüber von Anfang an maximal ehrlich und spielen mit offenen Karten. In der Regel schaffen wir auf diese Weise eine konstruktive Atmosphäre mit unserem Kunden, um gemeinsam an der Aufgabe zu wachsen.

Unser erster Auftrag aus der Luft- und Raumfahrt hat uns vor große Herausforderungen gestellt, heute gehören wir bei diesem Kunden zu den Top-Performern unter den Lieferanten. (In Kürze erzählen wir Euch im BAURAUM die ganze Geschichte.) Unser Ziel ist, so viele Aufträge wie möglich aus äußerst anspruchsvollen Branchen zu gewinnen. So fordern wir uns permanent selbst heraus und werden dadurch ständig besser in unserer Leistung. Und je besser unsere Prozesse funktionieren, umso kosteneffizienter können wir arbeiten. So profitiert am Ende wieder der Kunde.

These 6: Der Lohnfertiger muss ein Partner auf Augenhöhe sein – nicht nur der Lieferant.

Wie weiter oben schon einmal erwähnt: Qualität entsteht im Dialog. Wir verstehen uns als Partner unserer Kunden. Wenn wir der Meinung sind, dass unser Kunde beispielsweise in der Konstruktion eines Bauteils nicht die effizienteste Herangehensweise gewählt oder in der Materialauswahl nicht die beste Entscheidung getroffen hat, sprechen wir ihn darauf an und versuchen gemeinsam, den idealen Weg zu finden. So mancher Kunde ist von unserer Offenheit überrascht. In der Regel werden unsere Vorschläge angenommen. Man muss den Kunden abholen und das gemeinsame Ziel klar machen: Das Produkt zu optimieren. Wir sind der Meinung: Nicht nur die reine Bauteilproduktion, sondern auch offene und faire Beratung sollte für jeden Lohnfertiger Teil des Leistungsversprechens sein. Wenn der Kunde ohne Qualitätsverlust günstiger “fährt”, haben wir unsere Arbeit richtig gemacht.

These 7: Eine erfolgreiche Lohnfertigung stellt den Werker in den Mittelpunkt.

Die beste Fertigungsmaschine ist nur so gut, wie der Werker, der an ihr arbeitet. Die Basis dafür, sich als Unternehmen weiterentwickeln zu können, ist die Innovations- und Leistungsfähigkeit des Personals. Ohne motiviertes Team, das begeistert ist von herausragender Bauteilqualität, kann man Kunden nicht zufrieden stellen. Darum versuchen wir unseren Mitarbeitern* in der Fertigung mehr zu bieten als andere Fertigungsbetriebe. Damit meinen wir vor allem anspruchsvolle Aufgaben an modernen Maschinen, ein hervorragendes technisches Equipment für die tägliche Arbeit, zahlreiche Fortbildungsangebote und Workshops, eine angenehme Arbeitsumgebung, flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuungsangebote und vieles mehr. In Summe ein Umfeld, um sich beruflich bestens weiterentwickeln zu können. Nur auf diese Weise konnten wir in kurzer Zeit so schnell wachsen und ein Team aufbauen, das unsere Philosophie von moderner Lohnfertigung mitträgt.

BAM zählt zu den am schnellsten wachsenden Fertigungsunternehmen Europas. Mehr dazu lest ihr hier.

In weiteren Beiträgen werden Stefan Bauer und Josef Wittmann auf einige der Thesen noch detaillierter eingehen. Mehr in Kürze.

Wie steht ihr zu unseren Thesen? Beteiligt Euch gern an unseren Diskussionen hier im BAURAUM.

Fertigungsleiter Stefan Bauer, BAM GmbH

Stefan Bauer

verantwortet als Fertigungsleiter die Bereiche Fräsen und additive Fertigung bei BAM. Zu seinen Aufgaben gehören die Personal- und Maschinenplanung des Unternehmensbereichs, die Kalkulation von Bauteilen sowie Machbarkeitsanalysen. Stefan Bauer ist ausgebildeter Werkzeugmechaniker mit Fachrichtung Formentechnik und hat sich zum Industriemeister Metall sowie zum Technischen Betriebswirt fortgebildet. Der Oberpfälzer ist seit 2013 bei BAM.

Fertigungsleiter Josef Wittmann, BAM GmbH

Josef Wittmann

ist Fertigungsleiter bei BAM und verantwortet die Bereiche Drehen, Rundschleifen und Erodieren. Neben Personalführung und Maschinenplanung kümmert er sich um die Prozessentwicklung und erfolgreiche Umsetzung von Sonderprojekten auf Multitasking-Maschinen. Der Industriemeister ist seit 2014 im Unternehmen.

*Wir lehnen jegliche Form von Benachteiligung ab – was zählt, ist der Mensch. Wir setzen auf Vielfalt, lehnen Diskriminierung ab und denken nicht in Kategorien wie Geschlecht, Herkunft, Religion, Behinderung, Alter oder sexuelle Identität. Zur einfacheren Lesbarkeit haben wir uns für die männliche Schreibweise entschieden.